15.12.2018

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Fragen und Antworten (Glossar)

  1. Aufsichtsrat
  2. Der Aufsichtsrat ist ein Kontrollgremium aus mindestens drei Mitgliedern. Die Einrichtung eines Aufsichtsrates ist gesetzlich vorgeschrieben und durch die Satzung vereinbart. Aufgabe des Aufsichtsrats ist es, den Vorstand zu überwachen. Hierzu kann der Aufsichtsrat Geschäftsführungsmaßnahmen von seiner Zustimmung abhängig machen. Daneben hat er Prüfungspflichten (insbesondere Jahresabschluss sowie Berichtspflichten). Der Aufsichtsrat vertritt die Genossenschaft gegenüber dem Vorstand. Er ernennt Vorstände und beruft diese ab.
  3. Ausschüttung
  4. Die Ausschüttung (oder auch Dividende) ist der Teil des Gewinns, den die Genossenschaft an ihre Mitglieder ausschüttet. Die Höhe der Dividende orientiert sich am Gewinn des Unternehmens, wobei in der Regel ein Teil des Gewinns einbehalten und den Rücklagen zugeführt wird, um beispielsweise Investitionen zu finanzieren.
  5. Eigenkapital der Genossenschaft
  6. Das Eigenkapital der Genossenschaft besteht zunächst aus den gezeichneten Geschäftsanteilen und stellt damit das in die Genossenschaft investierte Kapital dar. Es wird für den Bau und Betrieb der Energiegewinnungsanlagen eingesetzt, die mit ihrem Wert ebenfalls Eigenkapital der Genossenschaft darstellen. Zum Eigenkapital zählen auch die Rücklagen (etwa für Reparaturen) und der Jahresgewinn. Das Eigenkapital steht der Genossenschaft dauerhaft zur Verfügung. Es trägt das Verlustrisiko und bildet das Haftungskapital (das heißt, man haftet nur in Höhe des Eigenkapitals). Der Eigenkapitalgeber hat keinen Anspruch auf Verzinsung, sondern auf die erwirtschafteten Gewinne.
  7. Einspeisevergütung
  8. Die Einspeisevergütung erhalten Stromerzeuger, die ihren gewonnenen Strom aus Erneuerbaren Energiequellen ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Laut Erneuerbare Energien Gesetz sind die Netzbetreiber verpflichtet, den in ihrem Netzgebiet erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien abzunehmen und zu vergüten.
  9. Energiegenossenschaft
  10. Eine Energiegenossenschaft ist eine Genossenschaft, deren Zweck es ist, ihre Mitglieder mit Energie und damit verbundenen Dienstleistungen zu versorgen.
  11. eingetragene Genossenschaft (eG)
  12. Eine Genossenschaft ist ein Zusammenschluss von natürlichen und juristischen Personen zum Zweck der Förderung des Erwerbs oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder. Jedoch ist Gewinnstreben kein Selbstzweck einer Genossenschaft. Die Nichtausschüttung von erwirtschafteten Gewinnen erfolgt nur soweit, als dies die Finanzierung notwendiger Investitionen zur Absicherung des Betriebes der Genossenschaft erfordert mit dem Ziel, langfristig förderfähig zu bleiben. Gewinne werden also nicht um ihrer selbst willen, sondern als Mittel zur Erfüllung des Förderauftrages angestrebt. Die eG ist eine juristische Person. Die Haftung bezieht sich nur auf das Eigenkapital der eG, so dass das Privatvermögen der einzelnen Mitglieder ausgeschlossen ist. Die Besonderheit der eG gegenüber anderen Rechtsformen (z. B. der GmbH) liegt darin, dass sie die erwirtschafteten Leistungen an ihre Mitglieder weitergibt.
  13. Erneuerbare Energien
  14. Erneuerbare Energien, auch regenerative Energien oder Alternativenergien, sind aus nachhaltigen Quellen sich erneuernde Energien. Sie bleiben − nach menschlichen Zeiträumen gemessen − kontinuierlich verfügbar. Auf der Erde können diese Energiequellen in Form von Sonnenlicht und -wärme, Windenergie, Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme genutzt werden. Ihre Gewinnung erfolgt nahezu CO2-neutral und damit Klimafreundlich.
  15. Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
  16. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz soll den Ausbau von Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Quellen fördern. Es dient vorrangig dem Klimaschutz und gehört zu einer ganzen Reihe gesetzlicher Maßnahmen, mit denen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas oder Kohle verringert werden soll. Zum 1. August 2004 ist es in Kraft getreten. Die Netzbetreiber sind danach verpflichtet, den in ihrem Netzgebiet erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien abzunehmen und zu vergüten.
  17. FAQ
  18. Frequently Asked Questions, kurz FAQ, englisch für häufig gestellte Fragen, sind eine Zusammenstellung von oft gestellten Fragen und den dazugehörigen Antworten zu einem Thema.
  19. fossile Energieträger
  20. Unter Fossilen Energieträgern versteht man Braunkohle, Steinkohle, Torf, Erdgas und Erdöl. Diese sind in geologischer Vorzeit aus Abbauprodukten von toten Pflanzen und Tieren entstanden. Sie basieren auf dem Kohlenstoffkreislauf und ermöglichen damit (Sonnen)energie vergangener Zeiten zu speichern und heute zu verwerten. Jedoch stellen sie keine nachhaltige Energiequelle dar, da ihr Vorkommen bei kontinuierlicher Entnahme stetig abnimmt. Zudem sind fossile Energieträger dem Weltklimarat zufolge wichtige Mitverursacher der globalen Erwärmung.
  21. Generalversammlung
  22. Die Generalversammlung ist das höchste Organ der eingetragenen Genossenschaft. Sie kann aus allen Mitgliedern bestehen oder aus von den Mitgliedern gewählten Vertretern (Vertreterversammlung). Eine Generalversammlung wird üblicherweise von einem Mitglied der Geschäftsleitung geleitet, welches durch die Tagesordnung führt. Übliche Tagesordnungspunkte sind z. B. Bestimmung eines Protokollführers, Wahl der Stimmenzähler und die Vorstellung des Jahresberichts.
  23. Genossenschaftsgesetz
  24. Das Genossenschaftsgesetz (GenG) trat in Deutschland zum 1. Mai 1889 in Kraft. Es regelt das Recht der Genossenschaften. Siehe: http://bundesrecht.juris.de/geng/index.html
  25. Genossenschaftsvermögen
  26. siehe Eigenkapital der Genossenschaft.
  27. Geschäftsanteil
  28. Ein Geschäftsanteil ist der Anteil eines Mitgliedes am Eigenkapital der Genossenschaft.
  29. Juristische Person
  30. Eine juristische Person ist eine Personenvereinigung oder eine Vermögensmasse, die aufgrund gesetzlicher Anerkennung rechtsfähig ist, d. h. selbst Träger von Rechten und Pflichten sein kann, dabei aber keine natürliche Person ist. Sie erlangen ihre Rechtsfähigkeit durch Eintragung bei einem bei Gericht geführten Register. Ihnen gemeinsam ist das Recht der Selbstverwaltung, sie unterstehen staatlicher Aufsicht und können in der Regel objektives Recht für ihren Aufgabenbereich durch Satzungen setzen.
  31. nachhaltige Energieversorgung
  32. eine nachhaltige Energieversorgung nutzt ein erneuerbares System in einer Weise, dass dessen wesentlichen Bestandteile erhalten bleiben und sein Bestand auf natürliche Weise nachwachsen kann. Nachhaltigkeit besteht aus drei Komponenten. Die ökologische Nachhaltigkeit verfolgt das Ziel, die Natur und Umwelt durch schonenden Umgang für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Die ökonomische Nachhaltigkeit gebietet eine Wirtschaftsweise, die eine dauerhaft tragfähige Grundlage für Erwerb und Wohlstand bietet, insbesondere durch den Schutz wirtschaftlicher Ressourcen vor Ausbeutung. Die soziale Nachhaltigkeit hat das Ziel, eine auf Dauer zukunftsfähige, lebenswerte Gesellschaft mit Partizipation für alle Mitglieder zu erreichen.
  33. Nachschusspflicht
  34. Als Nachschusspflicht bezeichnet man die Verpflichtung eines Mitglieds, anteilsmäßig das bestehende Gesellschaftskapital zu erhöhen bzw. für entstandene Verluste zu haften. Sie kann sich aus dem Gesetz, der Satzung oder dem Gesellschaftsvertrag ergeben. In diesem Zusammenhang unterscheidet man zwei Arten von Nachschusspflicht. Sie ist entweder beschränkt (bis zur Haftsumme) oder auch unbeschränkt.
  35. Natürliche Person
  36. Eine natürliche Person ist der Mensch in seiner Rolle als Rechtssubjekt, d. h. als Träger von Rechten und Pflichten. Rechtssubjekte, die keine Menschen sind, nennt man juristische Personen. Mit der Vollendung seiner Geburt wird ein Mensch rechtsfähig und damit zu einer natürlichen Person (§ 1 BGB).
  37. Privates Recht
  38. Man unterscheidet in Deutschland zwei Arten von Rechtsbeziehungen, das Privatrecht und das Öffentliche Recht. Das Privatrecht bestimmt die Rechtsbeziehungen zwischen zwei rechtlich gleichgestellten Personen (Parteien). Hier versuchen die Personen, z.B. ihr Individualinteresse durchzusetzen.
  39. Öffentliches Recht
  40. Man unterscheidet in Deutschland zwei Arten von Rechtsbeziehungen, das Privatrecht und das Öffentliche Recht. Im öffentlichen Recht bezieht der Staat als übergeordnete Instanz eine Position gegenüber einer untergeordneten Person. Die staatlichen Organe (z.B. Behörden, Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichte usw.) sind der Gesellschaft gegenüber verpflichtet, dem öffentlichen Recht Geltung zu verschaffen.
  41. Personengesellschaft
  42. Eine Personengesellschaft entsteht, wenn sich mindestens zwei natürliche und/oder juristische Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zweckes zusammenschließen. Eine Personengesellschaft ist keine juristische Person, kann aber trotzdem über eingeschränkte Rechtsfähigkeit verfügen (Rechte und Pflichten haben). Der Gegenbegriff innerhalb der Gesellschaftsformen sind die Kapitalgesellschaften.
  43. Photovoltaikanlage
  44. Eine Photovoltaikanlage (auch PV-Anlage oder Solarstromanlage), ist ein Kraftwerk, in dem mittels Solarzellen ein Teil der Sonnenstrahlung in elektrische Energie umgewandelt wird. Diese direkte Art der Energiewandlung bezeichnet man als Photovoltaik. Demgegenüber arbeiten andere Sonnenkraftwerke (z. B. solarthermische Kraftwerke) über die Zwischenschritte Wärmeenergie und mechanische Energie.
  45. Rendite
  46. Rendite ist der jährliche Gesamtertrag eines angelegten Kapitals, meist in Prozenten des angelegten Kapitals ausgedrückt.
  47. Rückvergütung
  48. Tritt ein Genossenschaftsmitglied aus der Genossenschaft aus, dann erhält es nach Kündigung und der in der Satzung festgeschriebenen Zeit seinen Anteil zurück.
  49. Satzung
  50. Die Satzung ist die schriftlich niedergelegte Grundordnung eines rechtlichen Zusammenschlusses. Sie beinhaltet Name und Sitz, Ziel und Aufgaben, Mitgliedschaft und Beiträge, Vorstand: Anzahl, Wahl, Rechte und Pflichten, Mitgliederversammlung: Beschlussfähigkeit, Entscheidungsumfang gegenüber dem Vorstand, Auflösung sowie Änderungen.
  51. Stimmrecht
  52. Stimmrecht bezeichnet allgemein die Befugnis, an einer Abstimmung teilzunehmen.
  53. Vorstand
  54. Der Vorstand ist jenes Organ, das die Genossenschaft nach außen vertritt. Der Vorstand besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Sie führen die Geschäfte.